Projekt Layenhof - Naturschutzgebiet "Wiesen am Layenhof - Ober-Olmer Wald"

Turmfalke Bild: Michael Schmolz GNOR

 

 

Der Layenhof gehört zu den ornithologisch bedeutsamsten Biotopen in Mainz und Umgebung. Hier kommen viele Vogelarten der Roten Listen wie Wiesenweihe Circus pygargus, Wiedehopf Upupa epos, Wachtel Coturnix coturnix, Grauammer Emberiza calandra, Steinschmätzer Oenanthe oenanthe und Neuntöter Lanius collurio vor. Das Gebiet beherbergt eine der größten Populationen der Feldlerche Alauda arvensis in Rheinland-Pfalz. Außerdem ist es von großer Bedeutung als Nahrungsbiotop für Greifvögel und als Rastplatz während des Vogelzuges - es werden regelmäßig bis zu 800 rastende Kiebitze Vanellus vanellus gezählt.

 

Steinschmätzer Bild: Tom Dove NABU Grauammer Bild: Tom Dove NABU

 

Für bedrohte Pflanzen wie den Zwerg-Schneckenklee Medicago minima, den Gestreiften Klee Trifolium striatum und die Gras-Platterbse Lathyrus nissolia ist das Gebiet ebenso Lebensraum wie für seltene Heuschrecken- und Schneckenarten. Viele Artengruppen sind bis jetzt noch nicht genau untersucht, einige positive Überraschungen dürfen erwartet werden.

Kiebitz Bild: Jürgen Weidmann Schaftstelze Bild: Michael Schmolz

Der Layenhof ist ein von Menschenhand geschaffenes Biotop. Um einen Militärflugplatz anlegen zu können rodete man 1939 den ehemaligen Münchwald. In den Jahren der militärischen Nutzung wurde der Layenhof, insbesondere das Flugplatz-Gelände regelmäßig beweidet. Nach dem Abzug der US Armee 1992 wird der Flugplatz für den zivilen Flugverkehr mit kleinen Flugzeugen sowie für den Luftsport genutzt. Durch die Nutzung als Flugplatz entstand rund um die Landbahnen und Gebäude ein offenes, im Wesentlichen wiesenartiges Areal.

Karthäuser-Nelke Bild: Jürgen Weidmann Schwarzkehlchen Bild: Jürgen Weidmann

Das offene Grünland bedingt den hohen ökologischen Wert für die Vogelwelt. Für die Bedeutung sind entscheidend:

Um diese hohe Bedeutung und ökologische Qualität auch in Zukunft zu sichern ist eine regelmäßige und fachgerechte Pflege unabdingbar. Ohne Pflege würde das Gebiet erst verbuschen und dann ggf. wieder ein Wald entstehen. In der Zeit nach dem Abzug der US Armee war die notwendige Pflege nicht immer gewährleistet. Insbesondere die Beweidung war ungenügend. Dadurch setzte die Verbuschung auf einem großen Teil der Freiflächen des Flugplatzes ein.

Deshalb drängte und drängt die ARGE bei den Naturschutzbehörden, den Grundstückseigentümern und den politisch Verantwortlichen auf die Erstellung und Umsetzung eines Pflege- und Entwicklungskonzepts für das Gebiet.

 

Der LfV mulcht die Fläche Bild: Jürgen Weidmann Helfer rechen das Mähgut zusammen Bild: Jürgen Weidmann

Der Traktor hat Pause, fleißige Hände sind weiter aktiv
Bild: Michael Schmolz

Das Team der GVG beim Abtransport von Schnittgut
Bild: Jürgen Weidmann

Im Oktober 2010 konnten wir hier einen ersten wichtigen Erfolg verzeichnen. In einer gemeinsamen Aktion der ARGE, der Grundstücksverwaltungsgesellschaft der Stadt Mainz und des Luftfahrtvereins Mainz wurde die Pflege des Gebietes intensiviert.

Insgesamt arbeiteten weit über 60 Helfer bei dieser von der ARGE organisierten und fachlich geleiteten Pflege zusammen. Sie versetzten einen Bereich von ca. 5 ha in einen guten Zustand, entfernten große Teile des Buschwerks und der Jungbäume und mähten die Fläche. Die Fläche kann künftig durch Beweidung so erhalten werden, dass die seltenen Vögel dort wieder einen geeigneten Lebensraum finden.

Neben uns startet ein kleiner Jet Bild: Maren Scheer Viele der Helfer Bild: Maren Scheer

Im Februar 2017 wurden die Wiesenflächen des Layenhofs zusammen mit dem Ober-Olmer Wald von der SGD Süd aus Naturschutzgebiet "Wiesen am Layenhof - Ober-Olmer Wald" ausgewiesen. Die ARGE begrüßt diese Maßnahme und wertet es als großer Erfolg Ihrerlangjährigen Bemühungen.

Für die versiegelten Flächen des Layenhofs und die Gebäude befürwortet die ARGE die Einrichtung einer Fotovoltaikanlage. Ihre Aufstellung muss so erfolgen, dass die Biotope nicht gestört werden, auch nicht durch eine von der Anlage ausgehende Blendwirkung.